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Musikabteilung - Internationales Deutsches Turnfest Frankfurt 2009

Am Samstag den 30.05.09 war es endlich wieder soweit: Wir trafen uns um 10 Uhr vormittags am Waldheim um uns auf den Weg zum Deutschen Turnfest zu machen. Dieses Mal sollte der Weg auch nicht so weit sein, denn es ging nach Frankfurt a.M. Nach einigen Baustellen und Verkehrsstaus erreichten wir gegen späten Mittag unsere Unterkunft, die Friedrich-Ebert-Schule in Mühlheim. Zum Glück mussten wir unser Gepäck nur ein Stockwerk nach oben tragen und so konnten wir auch relativ schnell unser Klassenzimmer (das wir allerdings noch mit 4 anderen Musikern aus dem Norden teilten) beziehen. Die Variationen der Liegemöglichkeiten waren breit gefächert: von der selbstaufblasbaren dünnen Matte, einer Liege bis zum regelrechten Luftbett war vieles geboten (die Tage sollten auch zeigen dass normale Luftmatratzen ihre Form auf verschiedenste Weisen über die Nacht verändern). Nach einem kurzen Einkauf zur Versorgung über die Feiertage, mussten wir uns auch schon bereits umziehen, da bereits ab 16:30 Uhr die Aufstellung zum Festumzug in Frankfurt beginnen sollte. Der Weg vom Quartier zur S-Bahn war in 10min gut zu meistern und die Fahrt in die Frankfurter Innenstadt war mit ca. 20min auch zu ertragen.

Der Festumzug sollte etwa von der Paulskirche weg um den Römerberg wieder in Richtung Paulskirche führen. Es war also eine recht kurze und teils auch enge Strecke, was aber für die Stimmung in den Gassen vielleicht gerade von Vorteil war. So konnten wir in unserer Gemeinschaft mit den schwäbischen Spielmannszügen aus Biberach, Süßen und Uhingen unseren ersten gelungenen Auftritt verbuchen.

Anschließend ging ein Teil noch kurz zum Mainufer und dann mit den Instrumenten Richtung Schule, andere verblieben noch in der Innenstadt und versuchten in der Menge ein paar Blicke auf die Eröffnungsveranstaltung am Mainufer mit einer Feuerwerks- und Wasserlichtshow zu ergattern. Beendet wurde der erste Abend im noch etwas leeren Musikertreff in der Nähe unserer Schule.

 

Am ersten Frühstücksmorgen waren alle noch recht fit so dass wir noch alle gemeinsam gegen 8. 30 Uhr am Tisch saßen. Die ersten Erfahrungen mit den Duschen waren doch recht erfrischend… So dass mancher die Taktik seiner Duschzeiten an den folgenden Tagen änderte. Für diesen Vormittag bis Mittag wollten wir uns unseren ersten Struwwel-Pin verdienen. Hätte es einen Pin fürs Fahrplan lesen gegeben, wäre wohl jemand bestimmtes leer ausgegangen… Denn leider fuhren die S-Bahnen an Sonn- und Feiertagen in Mühlheim bis zur Mittagszeit nur einmal in der Stunde, so dass wir noch eine kleine Erkundungstour machten und erstmal mit der S-Bahn in die Gegenrichtung mitfuhren und dann wieder Richtung Frankfurt. Endlich am Ziel, dem Grüneburgpark nahe dem Palmengarten, angekommen nahmen wir auch die ersten Aufgaben des Struwwel-Test in Angriff: vom sicheren Transportieren der Frankfurter Würstchen, einem großen Puzzle des Römers, Bembel-Stemen, Babbel-Test, Euro-Zielwurf bis zum Brücken bauen und anderen Dingen konnten wir unser Können unter Beweis stellen. Besonders bei der Aufgabe „Goethe in der Campagna“, bei dem man, während man mit einem Unterarm auf einem kleinen Turnkasten und den Knien auf einem anderen ein seitlichen Unterarmstütz demonstrieren muss, ein Gedicht von Goethe vortragen sollte, bewies unser Gast aus den USA Emily (Kerstin’s Gastschwester) ein starkes Durchhaltevermögen und las trotz sprachlicher Schwierigkeiten das komplette Gedicht vor. Am Ende konnte jeder erfolgreich alle Aufgaben erfüllen und seinen ersten Struwwel-Pin abholen. Noch kurz etwas gegessen und schon mussten wir wieder zurück zur Schule und unsere Instrumente holen und in die Uniform schmeißen. Denn bereits um 17 Uhr hatten wir mit den anderen Schwaben gemeinsam unseren nächsten Auftritt: ein Platzkonzert vor der alten Oper. Ein wenig blieben wir noch gemeinsam in der Innenstadt, schlemmerten noch etwas Eis und teilten uns gegen später wieder auf. Der eine Teil ging zurück zur Schule bzw. zum Musikertreff, der andere etwas jüngere Teil wollte das Frankfurter Nachtleben etwas mehr kennenlernen, blieb aber dann doch am Mainufer hängen, da dort auf den Bühnen ebenfalls einiges geboten wurde.

 

Für den Montag stand bereits die nächste Herausforderung an: Der Vereinsteam-Test. Dieser bestand ebenfalls aus mehreren Disziplinen und  musste immer in der Gruppe gemeistert werden. Als erstes stand der „Hochhaus-Run“ an. Hierbei mussten acht Teilnehmer 23 Stockwerke erklimmen und dabei wurde die Durchschnittszeit ermittelt. Etwas außer Puste und mit etwas schweren Beinen ging es dann weiter zum „Banküberfall“. Hierbei wurden „Goldklumpen“ von der einen Seite einer Wand auf die andere geworfen und die Fänger mussten diese in ihre Säcke einfangen. Noch bevor wir bei unserem Überfall erwischt wurden, waren wir bereits beim „Laufenden A“. Dieses war ein Holzgestell in Form eines A, das mit Seilen an der Spitze ausgestattet war. Unsere beste „Balanciererin“ stellte sich nun auf die Querstange des A und der Rest nahm die Seile in die Hand und war für die Aufrechthaltung des Gestells verantwortlich. Nun mussten wir durch Gewichtverlagerung das A entsprechend einer Strecke fortbewegen. Immerhin konnten wir diese Aufgabe sehr gut meistern und gehörten wohl an diesem Tag zum oberen Drittel (und das als Musiker…). Zu guter Letzt gab es noch eine kleine Bembel-Staffel bei der ein mit Wasser befüllter Bembel zum einen mit einer Schubkarre durch einen Slalomparcours und dann mit einem Viererski über eine Strecke transportiert werden musste ohne Wasser zu verschütten. Als wir auch diese Aufgabe gemeistert hatten konnten wir uns wohlverdient unseren nächsten Pin abholen.

Am Abend hatten wir dann auch schon wieder unseren nächsten Auftritt: zum Auftakt des schwäbischen Landesabends spielten wir im Eingangsbereich der Messehalle 3. Im Anschluss gab es die obligatorische Begrüßung und Reden und anschließend sollten uns die bekannte Strahler Band unterhalten. Leider konnten diese nicht lange anhören, da es in der Halle einfach zu laut war und so kein Spaß mehr machte. Aber wir wissen natürlich uns auch so zu unterhalten und daher hatten wir dann auch noch an unserer Schule viel Spaß.

 

Spätestens am dritten Morgen fiel einem nun doch das etwas eintönige Frühstücksangebot auf und es wurden allmählich auch weniger Teilnehmer am Frühstück.

An diesem Vormittag konnten gingen wir gleich wieder in Uniform los, da wir bereits um 12 Uhr im Freigelände der Messe einen weiteren Auftritt im Landesverband hatten. Am Anschluss entschloss sich ein Teil in die Stadt zu fahren und der andere Teil blieb an der Messe und ließ bei ein paar Mitmachangeboten das kleine Kind aus sich heraus.

Noch eine Kleinigkeit gegessen und schon ging es wieder zum nächsten Auftritt, dieses Mal aber in großer Besetzung. Ein kleiner Marsch der Spielmannsleute von der einen Seite und der Blasmusiker von der anderen Seite eröffnete das Großkonzert der Turnermusiker auf dem Römerberg. Wenn man über die üblichen Probleme der Organisation und Kleiderordnung hinweg sieht, war es musikalisch wohl ganz in Ordnung, leider erschrak aber die geringe Teilnehmerzahl, es war doch recht übersichtlich was sich da an Musikern auf dem Römerberg versammelte.

Für den Abend war die Siegerehrung des Wertungsmusizierens und Gemeinschaftsabend im Musikertreff geplant. Doch leider erschwerten uns Musikern erhebliche Störungen im Frankfurter S-Bahn-Betrieb die Rückkehr zur Schule. Während die einen schon genervt kurz davor waren ein Taxi zu nehmen, nahmen andere das Chaos als Gelegenheit die Stimmung wieder aufzuheitern. So kamen wir dann irgendwann auf Umwegen doch noch zu unserem Ziel und konnten den Abend noch im Musikertreff verbringen.

 

Der Mittwochmorgen war für einige von uns leider bereits der Abreisetag. So halbierte sich schon an diesem Tag unsere Teilnehmerzahl von 10 auf 5 Personen. Aber wenigstens das Vormittagsprogramm wurde von ein paar Leuten noch mitgemacht: Wir begaben uns wieder auf den Weg zum Grüneburgpark und wollten uns unseren nächsten Pin erarbeiten. Als wir bereits unsere Laufkarte gekauft hatten und diese genauer betrachteten, mussten wir jedoch feststellen dass wir irgendwie in keine der auswählbaren Alterskategorien passten: es handelte sich beim Frankfurter Römerparcours eigentlich um einen Senioren-Fitness-Test. Aber nach einigen Tagen Turnfest und Feiern waren wir ja auch nicht mehr die Jüngsten… Wie wir feststellten waren wir ja auch nicht die einzigsten die sich älter fühlten als sie sind und so haben wir uns auch hier natürlich jeder Aufgabe gestellt: Mainmückenfangen, Balancieren, Sackwerfen und Struwwelkreisen waren nur ein paar der Stationen. Schlussendlich konnten wir alle im Gesamtergebnis als Top - Fit Senioren überzeugen und erhielten damit unseren nächsten (und es sollte auch der letzte sein) Pin.

Den Nachmittag verbrachten wir wieder mit einer gemütlichen Tour durch die Frankfurter Innenstadt und gegen abends besuchten wir noch den bekannten Stadtteil Sachsenhausen und konnten dort in einem urgemütlichen Restaurant unseren wohlverdienten Äppelwoi genießen.

 

Am Donnerstag sammelten wir als erstes unsere Irini vom Bahnhof ein, die sich für die letzten beiden Tage erfreulicherweise noch angekündigt hatte. So konnten wir dann wieder mit etwas verstärkter Mannschaft losziehen und nahmen an diesem Tag den Flughafen Frankfurt als erstes in Angriff. Dort meldeten wir uns für die Rollfeldtour an, die für die Turnfestteilnehmer in dieser Woche kostenlos war. Nachdem wir uns die Wartezeit vertrieben hatten und die knapp einstündige Tour im Bus auf dem Rollfeld beendet hatten, begaben wir uns mal wieder zum gemütlichen Essen, Trinken und Shoppen zum Mainufer. Für den Abend hatten wir bereits im Vorfeld die sogenannte Sky-Light-Tour gebucht. Abfahrt war 22 Uhr von der Anlegestelle am Eisernen Steg und die Fahrt ging etwa 1h den Main auf und ab um etwas von der Frankfurter Skyline und der verschiedenen Brückenbeleuchtung zu sehen. Die Fahrt war ganz nett, konnte uns aber auch nicht ganz vom Hocker reißen. Auch diesen etwas eher ruhigen Tag beendeten wir wieder beim gemütlichen Beisammensitzen in unserer Schule.

 

 Der letzte Tag begann mit einem kleinen Ständchen unsererseits (also alle Schwaben) für die fleißigen Helfer in unserer Schule. Bereits um kurz nach 12 Uhr übernahmen wir dann am Mainufer die Bühne von unseren Kollegen aus Schwalbach und meisterten unseren letzten gemeinsamen Auftritt in Frankfurt. Nachdem die letzten Notenständer eingepackt waren, fuhren wir wieder kurz zur Schule zum Umziehen und Instrumente abliefern und anschließend direkt zur Messe. Dort schlenderten wir wieder durch ein paar Hallen, machten den ein oder anderen Balancetest mit und machten es uns anschließend im Freigelände auf der Wiese gemütlich. Sehr schnell war der ein oder andere in die Welt der Träume entführt worden und dementsprechend schwerer fiel es dann kurz darauf wieder aufzustehen. Für den Abend wollten wir uns noch einmal nach Sachsenhausen begeben und dort ein letztes Mal den guten Äppelwoi genießen. Wieder zurück in der Schule stellten wir plötzlich fest dass an diesem letzten Abend noch einmal alle Musiker beisammen saßen, man sah plötzlich Leute sitzen, die man die ganze Woche kein einziges Mal abends an der Schule sah. So konnten wir die Turnfestwoche gebührend beenden.

 

Den Abreisetag gingen wir sehr gemütlich an, warteten mehr oder weniger bis alle anderen bereits ihre Fahrzeuge beladen hatten und abgefahren waren. Da störte uns dann auch der Regen nicht mehr (der einzige richtige Niederschlag während des Turnfestes) und wir konnten uns ganz entspannt auf den Heimweg machen, der auch ohne weitere Vorfälle verlief.

 

Mal wieder können wir auf eine tolle und erlebnisreiche Turnfestwoche zurückblicken, eine Woche in einer großartigen Gemeinschaft mit viel Spaß und fast immer bester Laune !!! Dafür möchte ich auch meinen Musikkameraden danken, mit denen es immer wieder eine Freude ist unterwegs zu sein ! Wir können solche Veranstaltungen immer nur allen weiterempfehlen, es sind unvergessliche Eindrücke die man sammelt und bisher wohl auch noch keiner bereut hat. Wir freuen uns bereits auf das nächste IDTF 2013 in der Metropolregion Rhein-Neckar !!!

 

 


 

 

Unsere Mitglieder sind nicht nur musikalisch erfolgreich: Wir gratulieren unserer Musikkameradin Kerstin Widmann recht herzlich zur Deutschen Meisterschaft im 6er Juniorinnen Einradfahren, wünschen weiterhin viel Erfolg und sind stolz auf ihre Leistung !!!


 

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