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Musikabteilung - Spielmannszug Chronik: 1956 bis 1965

Anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Spielmannszuges der TSG Esslingen veranstalten wir zusammen mit dem Spielmanns- und Fanfarenzug der TG Biberach am 30. September 2006 ein Gemeinschaftskonzert. Außerdem wollen wir gerne einen kurzen Überblick über die letzten 50 Jahre geben und gerne mit alten Spielmannszugskameraden vergangene Erinnerungen wieder aufleben lassen.

Zusätzlich bieten wir unseren treuen Fans, die regelmäßig unsere Homepage besuchen, bis zum Konzert jede Woche kleine Ausschnitte und Bilder über jeweils 10 Jahre. Wir hoffen viele damit erfeuen zu können und den einen oder anderen davon zu überzeugen zu unserem Konzert und Kameradschaftstreffen zu kommen.

WIR FREUEN UNS ÜBER JEDEN, DEN WIR  WIEDERSEHEN KÖNNEN ! ! !


Und nun ein paar Bilder und Zitate der Chroniken aus dem Zeitraum 1956 bis 1965:

 

Erste Seite der Spielmannszug Chronik

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"Beim Kameradschaftsabend der Handballabteilung am 8.September 1956 hatten wir unseren ersten kleinen Auftritt. Der Erfolg war zufriedenstellend."

„Für den 6.Februar 1957 hatten wir uns für den Vereins-Faschingsball etwas Besonderes ausgedacht. Wir spielten in einem Original-Turner-Dress, und zwar: weisses Hemd und lange weiße „Unterhosen“ mit allem Zubehör (Sockenhalter usw.)

Es war auch ein Bombenerfolg, und so konnten wir mit dem bisher Geleisteten vollauf zufrieden sein.“-

Vereinswanderung am 30.Mai 1957

"Bei der Vereinswanderung waren wir natürlich auch dabei. Wir marschierten morgens um 9.00 Uhr am Marktplatz ab. Unser erstes „Ständchen“ gaben wir durch die Neckarhaldensiedlung. Um die Mittagszeit zogen wir mit Klingendem Spiel auf dem Sportplatz in Wangen ein. Nachdem wir bis 3 Uhr gemütlich beisammen gesessen waren, und uns Essen und Trinken schmecken ließen, brachen wir Spielleute auf und marschierten durch Wald und Wiesen nach Ruit, wo wir ebenfalls mit klingendem Spiel und trockenen Kehlen ankamen. Nach kurzer Zeit Rast ging es weiter, und wir kamen abends um 8 Uhr etwas müde auf dem Waldheim an, doch ließen wir es uns nicht nehmen, beim Einmarsch ein kräftiges „Lied“ zu schmettern. Rückblickend darf gesagt werden, daß die Wanderung ein kameradschaftliches Erlebnis, und vor allem eine zünftige Marschprobe war.“

 

Vereins-Winterunterhaltung am 8.Dezember 1957

„Für die Winterunterhaltung hatten wir uns viel vorgenommen. Zur Eröffnung spielten die Fanfaren einen Ruf und anschließend gaben wir den Turnermarsch „Turner auf zum Streite“, zum Besten, den wir hier zum ersten Mal spielten.

Bei unsrem zweiten Auftritt hatten wir fünf Märsche auf dem Programm, unter anderem den „Fehrbelliner“ Fanfarenmarsch mit Kesselpauken. Bei dieser Vorstellung machten sich unsere Fortschritte stark bemerkbar, denn es fand überall großen Anklang. Die Reihenfolge war folgende: Zum Auftakt den Fehrbelliner, dann ein Fanfarenruf, dann der Yorkscher Marsch, Lockmarsch, das Lieben, Sturmlied der freien Turner, und zum Abschluß „Muß i denn“ , den wir auch zum ersten Mal spielten. Zusammengefaßt darf gesagt werden, daß wir uns bei diesem Auftritt viel Freunde geschafft haben.“

 
 

Faschingsball am 18. Januar 1958

„Wieder mit Erfolg gekrönt war unser Auftritt beim Vereinsfaschingsball. Schon unser Anblick brachte die Närrinnen und Narren in Stimmung, denn wir hatten uns als weiblicher Spielmannszug verkleidet, so daß schon beim Einmarsch, den wir mit dem Laternenlied absolvierten, sich ein Beifallsturm über uns ergoß. Nach einer kurzen Ansprache des Festbüttels, spielten wir zum ersten Mal „Preußens Gloria“ , um dann unter großem Hallo mit „Muß i denn“ den Saal zu räumen.“

 
 

60 Jahre TSG Esslingen (14. bis 22. Juni 1958)

„In unsrer Jubiläumswoche konnten wir zum ersten Mal am 20.Juni beim Festabend im Gemeindehaus auftreten. Als Jubiläumsgeschenk für den Verein konnten wir auch etwas bieten, denn wir hatten nicht nur einen neuen Pfeifenmarsch auf dem Programm, sondern was viel wichtiger ist: wir konnten zum ersten Mal unsere eigenen Fanfarenbläser auftreten lassen. Sie schlugen auch angenehm ein, so daß wir, da nun ein Anfang da ist, einer guten Zukunft entgegen sehen können. Bei dem Rückblick, den der 1.Vorsitzende E. Pfeiffer vornahm, wurde besonders die Aufbauarbeit von Stabführer Ewald Reiß bedacht, der uns zu der heutigen Leistung gebracht hat. Auch am letzten Tag gaben wir auf dem Waldheim vor zahlreichen Zuhörern einige Märsche zum Besten.“

 

Deutsches Turnfest München 1958

-„Es war klar, daß wir beim Deutschen Turnfest dabei waren. Wir fuhren am Donnerstag mit dem letzten Sonderzug nach München. Die Vorzeichen waren äußerst schlecht, denn es regnete den ganzen Tag. Als Quartier bekamen wir das Krankenhaus Schwabing zugeteilt, das im Umbau war, und außerhalb von München lag. Unseren ersten Auftritt hatten wir am ersten Abend im Hofbräu Haus ohne Instrumente: Wenn wir auch ein sehr kleiner Haufen waren, so sorgten wir dennoch ohne Instrumente für Unterhaltung, und kaum ein Spielmannszug hätte uns an diesem Abend geschlagen. Am zweiten Tag hatten wir einen Sternenmarsch. Der Weg führte uns von verschiedenen Stellen Münchens, an denen wir mit dem ganzen Landesspielmannszug spielten, zum Königsplatz, wo sich sämtliche Landesverbände trafen, um an verschiedenen Stellen auf dem festlich geschmückten Platz einzumarschieren. Der Anblick der fast drei tausend Spielleute, die auf einer Stelle und unter einer Stabführung miteinander spielten, war schon etwas Überwältigendes für Anfänger, wie wir es im Grunde doch waren. Auch am Abend, wo sämtliche Spielleute im Salvatorkeller zu einem Kameradschaftsabend zusammen kamen, wurde spielerisch Hervorragendes geboten.

Am Samstag mußten wir unseren Gau bei der Städtemeisterschaft im Wiesen-Stadion vertreten.

Die Krönung des Deutschen Turnfestes aber war der Festzug am Sonntag. Der zwei Stunden andauernde Festzug war schon etwas einmaliges. Durch die geschmückten, von tausenden von Zuschauern eingerahmte Straßen, wickelte sich ein Erlebnis unübertrefflicher Schönheit ab. Und als anschliessend der Schlußakt im überfüllten Wiesen-Stadion abrollte, wo einige Massenübungen vorgeführt wurden, und als bei der Siegerehrung das ganze Stadion-Rund voll war von tausenden von Fahnenträgern, Fahnen, Gaubannern, Spielleuten und siegerkranzgeschmückte Turnerinnen und Turnern, da war wohl keiner unter den Teilnehmern und Zuschauern, der nicht überwältigt war von diesem 8. Deutschen Turnfest in München.“

Unser größter Erfolg

„Ein schöner Erfolg gelang uns beim Landestreffen der Schwäb. Turnspielleute in Backnang, bei dem wir nur knapp den „Landesstab“ verfehlten.

Unter Beteiligung zahlreicher Spielmannszüge aus dem ganzen Land, belegten wir einen beachtlichen 2.Platz.

Der Kampf um den Landesstab, der zum ersten Mal durchgeführt wurde, setzte sich aus einem leichtathletischen 3-Kampf, einem Pflicht- und einem Kürmarsch zusammen.

Die Backnanger Freunde hatten für die 2 Tage ein reichhaltiges Programm vorbereitet. Der erste Tag wurde mit Einzelproben und Werbemärschen bestritten und hatte mit einem bunten Abend im Festzelt seinen Höhepunkt. Leider konnten am ersten Tag nicht alle Kameraden dabei sei, bei den Wettkämpfen am Sonntag waren wir vollzählig. Der Dreikampf war für uns ein voller Erfolg, von 24 möglichen Punkten erkämpften wir 23.

Das Mittagessen, zubereitet von Köchen der Bundeswehr, war reichhaltig und gut. Das Preisspielen, der Höhepunkt des zweiten Tages, fand im Festzelt statt. Mit den Märschen: „ Grüße aus Dortmund“ und „Waidmannsheil“ hinterließen wir einen guten Eindruck. Als bei der Siegerehrung unsere Platzierung bekannt wurde, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Mit einem Kandelmarsch und zünftigen Liedern auf den Lippen verabschiedeten wir uns. Mit dem Siegerpreis, einer Radierung der Stadt Backnang, kehrten wir zufrieden zurück.“

 
 

Deutsches Turnfest in Essen 1963

„Trotz der langen Bus-Reise waren wir bei der Ankunft alle noch sehr frisch, auch unsere Jüngsten. Nach unserer Einquartierung besuchten wir sogleich unser Standquartier auf, um den Reisestaub aus unseren mehr oder weniger durstigen Kehlen zu spülen. Und, wie wäre es anders möglich, gleich am ersten Abend wurden wir vom Turnfestrummel erfasst, und landeten gemeinsam im „Wappen von Hamburg“. Dort steuerten wir einen Kurs, der denen bisher noch unbekannt war. Nach dieser ersten Hürde hatten wir uns alle schon richtig eingelebt. Der allabendliche geblasene Zapfenstreich wurde von manch anderem Spielbruder als „Wecken“ gedeutet. Das übliche Turnfestprogramm lief glatt ab, und bei Sternenmarsch u. Platzkonzerten waren wir immer dabei. Am Baldeneysee hatten wir dann Gelegenheit, unsere müde gewordenen Füsse und Köpfe etwas abzukühlen. Großartig waren in Essen die Grugahalle und der Grugapark mit seinen Wasserspielen und Bassin’s, in denen einige unserer Jugendlichen in voller Montur ein Bad nahmen. Nicht schlimm, die Sonne trocknete sie wieder, war sie doch die ganzen Tage unser ständiger und treuer Begleiter. Wie vorausgeplant klappte auch unsere Jugendbetreuung hundertprozentig. Unter Leitung von H. Ettischer kam es zu keinerlei Ärger und Klagen. Der Höhepunkt des Turnfestes war jedoch der Festzug, und die Massen-Übungen, die im übervollen Stadion abrollten. Als zum Abschluss zur Siegerehrung tausende von Turnern und Fahnenträgern im Stadion aufmarschierten, und die gemeinsam gespielten Märsche von 3000 Spielleuten erklangen, da spürte jeder Teilnehmer, wie so einmalig und großartig doch ein Deutsches Turnfest ist.“

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Gruppenfoto des Spielmannszuges 1965
Gruppenfoto des Spielmannszuges 1965
 

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