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Musikabteilung - Deutsches Turnfest in Leipzig

Deutsches Turnfest in Leipzig

Am Freitag den 17. Mai 2002 fuhren wir um 12.15 Uhr gemeinsam mit dem TSV Berkheim vom Waldheim in Richtung Deutsches Turnfest in Leipzig. Auf dieser 9 Stunden dauernden Fahrt spielte ein Teil von uns die meiste Zeit UNO. Gegen 21 Uhr kamen wir an der Max-Klinger-Schule in Miltitz / Leipzig-Grünau an. Die Schule war ein Komplex von mehreren Schulgebäuden für die umliegende Plattenbausiedlung. Die Schule wurde extra für uns Turnfestteilnehmer neu gestrichen. Der Maler, der an unserem Anreisetag fertig wurde, wurde dann dazu verdonnert in der Schule Nachtwache zu schieben. Und man muss sagen, er hat seine Aufgabe gut gemeistert.
Nachdem wir unser Klassenzimmer bezogen, erkundschafteten wir den Musikertreff bzw. das Musikerzelt, das glücklicherweise gleich auf dem Schulgelände war. In dem Zelt verkauften sie Getränke und wenn man nicht zu spät kam, auch Würstchen. Da die Preise, mit 2.50 Euro für 0,5l Bier, für manche zu teuer waren, tranken wir auch nur eins und gingen dann bald ins Bett.

Am Morgen vom Samstag den 18. Mai suchten wir das erste Mal die Duschen auf. Es gab 2 Sporthallen. Die eine Halle hatte nur eine Dusche pro Männlein und Weiblein, die andere hatte zum Glück 2 Duschen pro Geschlecht. Aber trotzdem wussten wir dass es für 300 Bewohnern der Schule zu längeren Wartezeiten kommen könnte.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, fuhren wir dann mit der Straßenbahn (von den Leipzigern auch „Dubceks letzte Rache“ genannt) deren Haltestelle in der Nähe war, in die Stadt hinein. Die Straßenbahnfahrten waren immer ein Erlebnis. Nicht nur, weil wir manchmal mit den anderen Turnern sangen, sonder auch weil sie knarrten, quietschten und ruckelten, dass man dachte sie brechen gleich auseinander. Später erfuhren wir, dass sie 50 eingestellte Bahnen für das Deutsche Turnfest wieder eingesetzt hatten.
In der Stadt liefen wir rum, gingen shoppen und sonnten uns auf der Wiese vorm Marktplatz.
Um 14 Uhr fuhren wir zurück zur Schule um uns für den Festumzug, mit dem die 100.000 Teilnehmer das 31. Deutsches Turnfest eröffneten. Um 16 Uhr fuhren wir wieder mit den 3 Köngenern und Biberach zurück in die Stadt, wo unser Aufstellungsplatz war. Dort liefen wir dann mit einer Stunde Verspätung im STB- „Block“ los. Während dem Umzug wurden wir sogar von Fernsehkameras gefilmt!!
Nach dem Umzug fuhren wir dann mit Köngen in ein kleines Restaurant, ein bisschen außerhalb, und aßen dort zu Abendbrot. Das Essen dort hat sehr gut geschmeckt, auch wenn diejenigen, die Jägerschnitzel mit Spaghetti bestellten, kein Jägerschnitzel, sondern Panierte Jagdwurst bekamen. Danach fuhren wir zurück zur Schule und spielten noch ein paar Runden Mäxle. Um 12 Uhr gratulierten wir dann noch Katrin zum Geburtstag.

Der Vormittag vom Sonntag den 19. Mai war zum Ausruhen und Karten spielen, da es nur regnete. Nur Evelyn traute sich raus und ging zum Universitätsgottesdienst in der Nikolaikirche. Die Nikolaikirche ist von den Montagsdemonstrationen in 1989 bekannt. Die Leipziger demonstrierten für freie Wahlen und Reisefreiheit. Dies führte letztendlich zum Fall der Mauer.
Nachmittags probten wir mit Biberach für unser Wertungsmusizieren.
Nach einer Stunde harter Probe zogen wir unsere Blau/Grau Uniformen an, und machten uns auf den Weg zum Sternenmarsch und dem anschließenden Großkonzert auf dem Augustusplatz. Auch wenn wir nicht alle Stücke perfekt auswendig konnten, hat es sehr viel Spaß gemacht und es war (für manche zum ersten Mal) eine tolle Erfahrung mit so vielen Leuten (2.500) zusammen zu spielen. Was mir am meisten gefallen hat, ist dass man so freundschaftlich mit einander geredet hat, obwohl man sich gar nicht kannte. So was ist wirklich nur auf einem Turnfest möglich.
Anschließend gingen wir dann noch zu einem Griechen, wo die griechischen Kellner mit Irini auf griechisch flirteten. In der Schule, angekommen sind wir alle relativ früh ins Bett gegangen, weil wir wussten dass wir bald wieder aufstehen müssten.

Am Montag den 20. Mai standen wir um 5.30 Uhr auf!!!!!!!!! Grund für Isabels Magen, den ganzen Vormittag sich zu drehen. Um 6.30 Uhr fuhren wir zum Gewandhaus, das wegen seiner atemberaubenden Akkustik weltberühmt und einzigartig ist. Dort aßen wir dann mit Kirchweyhe vor unserem Wertungsmusizieren Frühstück. Wir mussten im Gewandhaus frühstücken, weil an der Schule erst um 7 Uhr die Küche aufmachte und das viel zu spät geworden wäre.
Da wir uns mit Biberach zu einer Spielgemeinschaft zusammengetan hatten, begannen wir unser gemeinsames Wertungsmusizieren um 8.00 Uhr mit dem Stück 47er Regimentsmarsch und spielten nach einer kleinen Verschnaufpause im Anschluss den Magic Trumpet.
Nach uns kam Kirchweyhe, die Favoriten, also hörten wir sie noch an. Es war sehr schön. Danach wussten wir warum sie ‚die Favoriten’ genannt werden.
Anschließend fuhren wir zurück zur Schule und ruhten uns ein wenig aus. Zum Mittag aßen wir Pizza bzw. Pasta in der Stadt und fuhren dann weiter zur Neuen Messe. Leipzig, schon mehr als 800 Jahre alt, ist schon seit mehreren Jahrhunderten eine wichtige Messestadt. In der neuen Messe konnte man in 1 von den 5 Hallen sich auf verschiedenen Arten austoben. Man konnte Minitischtennis mit mini Schlägern spielen, auf Hüpfbällen hüpfen, an einer echten Kletterwand klettern, was Irini, Ulla und Sascha auch getan haben und vieles mehr. In den anderen Hallen konnte man Turn Veranstaltungen anschauen. Wir haben dort ungefähr 3 Stunden verbracht und haben nicht alles geschafft was wir schaffen wollten.
Zum Abendessen sind wir in die Bahnhofspromenade, die auch am Feiertag auf hatte, gegangen. Der Leipziger Hauptbahnhof ist der größte Sackgassenbahnhof von Europa und meiner Meinung nach auch einer der Schönsten.
Um 20.00 Uhr gingen wir dann zum Augustusplatz wo die TuJu-Fete statt fand. Dummerweise haben die Organisatoren nicht ganz den Geschmack der Turner Jugend getroffen, denn jede Band wurde aus gepfiffen. Wenigstens wurde mal wieder bewiesen, dass die Turner und Turnermusiker zusammen halten :) Da wir es einfach nicht aushalten konnten und uns die Füße vom ganzen laufen schon weh taten, fuhren wir zurück zur Schule. Mit paar Runden ‚UNO’ und ‚6 nimmt’ hatten wir trotzdem einen sehr schönen Abend.

Uwe, Evelyn, Heidi, Kerstin, Nicole, Isabel, Detlef und Ulla gingen am Dienstag den 21. Mai in den Leipziger Zoo, wo sie das neu geborene Elefanten Baby beguckten und natürlich auch alle anderen Tiere. Sie meinten es wäre einer der schönsten Zoos gewesen, den sie je gesehen haben. Der Zoo ist wegen seiner Löwenzucht berühmt und weil er der erste Zoo war, der Löwen in Gefangenschaft hatte. Die Kinder machten dann auch die Zooolympiade, um den 1 Pin zu bekommen. Es gab verschiedene Wettbewerbe die man machen musste um einen Pin zu bekommen und wenn man 4 Pins hatte, bekam man einen Bodybag.
Irini, Tobias, Sascha und Charlie gingen an den Kulkwitzer See, der gleich in der nähe war, und erholten sich.
Halb 7 trafen wir uns vorm Opernhaus wo das Gemeinschaftskonzert des Bundesorchesters Spielleute mit dem Rundfunkblasorchesters Leipzig war. Katrin spielte dort im Bundesorchester mit. Es war ein sehr schönes Konzert. Das Bundes- und Rundfunkblasorchester wechselten immer ab und zwei Mal spielten sie zusammen.
Später gingen wir wieder zum Bahnhof wo in der Osthalle der Schwaben- und Sachsenabend war. Die Band „The Firebirds“ spielten. Sie sangen Lieder aus den 50igern und 60igern. Es war eine super Stimmung in der Halle und keiner wollte das es aufhört. Aber als es zu Ende war fuhren Evelyn, Ulla, Detlef, Tobias, Sascha, Irini und Charlie mit unseren Freunden aus Biberach bis zum Straßenbahndepot Angnerbrück, da die Bahn nicht weiter fuhr und warteten eine halbe Stunde mit sehr vielen anderen auf die Bahn die, uns zur Schule fuhr. In der Bahn wurde weiter Party gemacht, auch wenn man eigentlich gar keine Platz zum Bewegen hatte. Heil in der Schule angekommen, saßen wir noch ein paar Minuten draußen und erzählten den anderen vom Abend und gingen ins Bett.

Am Mittwoch den 22. Mai hatten wir Vormittags gemeinsam mit Köngen und Biberach ein Konzert auf der großen Bühne in der Osthalle. Danach machten die Kinder noch ihren zweiten Pin und der Rest fuhr gleich zur Schule.
Später trafen Heidi und Evelyn sich mit ihrer Cousine zum Mittag. Der Rest von uns ging zum Sportforum und schauten den Turnern zu wie sie sich verbogen. Irini und Charlie seilten sich dann wenig später von der Gruppe ab und gingen mit Simon, einer aus Biberach, zum „Frühlingfestle“ von Leipzig. Wir waren sehr enttäuscht, da es nur ein Riesenrad und 2 andere Fahrten gab. Also gingen wir zur einer Wiese und setzten uns dorthin. Später kam Sascha genauso enttäuscht nach.
Um 18 Uhr trafen wir uns mit den anderen beim Griechen (was Irini gar nicht so recht war) und aßen dort ein ausgiebiges Essen. Die armen Kellner waren so durcheinander wegen Irini, dass sie öfters das falsche Essen brachten.
Nach dem Essen fuhren Heidi und Irini zurück zur Schule und der Rest machte sich auf den Weg zum Augustusplatz. The Firebirds spielten dort wieder. Die letzten kamen gegen 24 Uhr gut gelaunt zurück. Da es ein sehr milder Abend war, saßen wir noch draußen und spielten zur meiner ‚Freude’ Mäxle, UNO und 6 nimmt. (Manche sauften dazu oder sie sauften und machten sich über die anderen lustig. Sehr witzig!!) Die letzten gingen halb 5 ins Bett.

Dementsprechend schwer war es am Morgen vom Donnerstag den 23. Mai für manche aus den Federn bzw. Schlafsäcken zu kommen. Die, die nicht raus kamen bekamen an diesem Morgen auch kein Frühstück. Schnief!
Als dann endlich alle aufgestanden waren, gingen Uwe, Nicole, Isabel, Kerstin, Evelyn und Charlie zum Clara Zetkin Park um den letzten Pin mit dem Orientierungslauf zu machen. Nach 3 Stunden hatten die Kinder ihren wohl verdienten Bodybag in der Hand und wir machten uns auf den Weg in die Stadt. Dort warteten Detlef, Sascha, Tobias und Ulla, die die Stadtrallye gemacht hatten und Irini und Heidi, die am Völkerschlachtdenkmal gewesen waren. Das Völkerschlachtdenkmal wurde 1913 zum Hundersten Jahrestag der Völkerschlacht in Leipzig eröffnet. Bei der Völkerschlacht wurde Napoleon besiegt.
Um 16 Uhr war die Siegerehrung des Wertungsmusizieren im Gewandhaus. Zu Beginn wollten die Verantwortlichen den Musikern den Weg in den Mendelssohnsaal versperren, da es zu wenig Platz gab. Dies ließen wir Turnermusiker uns aber nicht gefallen und so wurde die Siegerehrung in die Aula des Hauptgebäudes verlegt.Wir bekamen ein Gut, womit wir sehr zufrieden waren. Nach einem kleinen Anstoß auf unsere Bewertung, fuhren Heidi und Irini zur Schule um sich für die Stadiongala am Abend wärmer anzuziehen. Die anderen liefen zum Hauptbahnhof und aßen entweder Chinesisch, Italienisch (Pizza), Amerikanisch (McDonaldsJ) oder Ostdeutsch (Soljanka).
Um 20Uhr entschieden wir uns, außer Detlef, Sascha und Ulla, nicht zur Stadiongala zu gehen, weil es zu kalt und regnerisch war. Später erfuhren wir, dass wir was verpasst haben. Wir hatten aber auch einen sehr schönen Abend. Wir sangen mit Evelyn und Uwe die ganzen alten Volkslieder, die sie kannten. Als die Kinder ins Bett mussten, gingen wir ins Zelt, wo eine tolle Stimmung war. Für manche von uns wurde es ein sehr ‚lustiger’ Abend.

Am Freitag den 24. Mai blieben Tobias mit seinem Kater und die übermüdete Irini in der Schule. Der Rest besuchte das Allee Center. Dort schauten wir uns die Läden an. In Leipzig gibt es genau die gleichen Sachen wie hier. Wer hätte das gedacht?J Im Allee Center trennten wir uns. Sascha, Detlef und Ulla fuhren zum Völkerschlachtdenkmal. Danach fuhren Ulla und Sascha noch zum Clara Zetkin Park und spielten Mini-Golf. Ulla hatte 73 Schläge und Sascha 102 Schläge (Versager!! Versager!!). Die Ausrede: Müdigkeit. Wer’s glaubt!!
Uwe, Evelyn, Kerstin, Isabel und Nicole fuhren noch mal zur Messe und Heidi fuhr zur russischen Gedächtniskirche und Charlie traf sich mit ihren Eltern.
Halb 7 trafen sich alle zum letzten gemeinsamen Abendessen in Leipzig, in einer Pizzeria am Marktplatz.
Nach 1 ½ Stunden bekamen dann endlich auch alle ihr Essen. Wir bummelten durch die Stadt bis 22.30 Uhr. Dann gingen wir zum Augustusplatz wo das Abschlussfest statt finden sollte. Leider fing die Veranstaltung erst um 23.15 Uhr an was viele verärgerte und auch viel zu spät für die Kleinen war. Deswegen gingen Uwe und Evelyn mit ihnen auch zurück zur Schule. Heidi und Tobias fuhren auch mit, weil es ihnen zu eng (100.000 Teilnehmer waren auf dem Platz) und zu langweilig wurde.
Nachdem wir, Ulla, Sascha, Detlef und Charlie die langweiligen Reden hörten und der ostdeutsche Altrocker Cäsar die Hymne des Deutschen Turnfestes „Wer die Rose ehrt“ spielte, wurden wir mit einem der schönsten Feuerwerke überhaupt verabschiedet.
Abends saßen wir noch mit den Biberachern vorm Zelt und geniessten unseren letzten Abend. Wir gingen dann auch ‚bald’ ins Bett (die Letzten um 4Uhr) außer Irini, sie meinte sie müsste die ganze Nacht durchmachen.

Aus diesem Grund ging es ihr am Samstag den 25. Mai so wie es Isabel am Montag ging. Um 10 Uhr wurden wir mit einer verkehrsbedingten Verspätung vom TSV Berkheim abgeholt und machten uns auf in Richtung Heimat.
Nach 7 Stunden kamen wir im strömenden Regen am Waldheim an. Dort saßen wir noch eine Stunde, tranken noch was und waren uns einig: Es war eine sehr schöne Woche und wir werden auf jeden Fall am Deutschen Turnfest in Berlin 2005 teilnehmen.

Bilder vom Deutschen Turnfest in Leipzig 2002

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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